OpenVMS

HP OpenVMS – brandaktuell und kostenlos

Auf meiner letzten Schulung bei HP war ich etwas überrascht, als ich sah, dass dort im Nachbarraum eine Schulung zum Thema „OpenVMS“ stattfand.

Ich muss zu meiner Schande gestehen bis dato nicht gewusst zu haben, dass OpenVMS heutzutage noch verwendet wird – ich dachte immer, OpenVMS wäre längst ausgestorben. Das ist allerdings nicht korrekt – erst vor kurzem hat sich HP gegenüber dem amerikanischen Verteidigungsministerium verpflichtet OpenVMS für weitere 20 Jahre zu unterstützen (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Virtual_Memory_System#Geschichte)

So wurde ich eines besseren belehrt – aktuell wird OpenVMS immer noch von HP zusammen mit seinen Itanium Integrity-Servern verkauft – alternativ gibt es noch Releases für die älteren VAX- bzw. Alpha-Server. Verwendung findet OpenVMS heuzutage übrigens verstärkt im öffentlichen Sektor – um mal einige Beispiele zu nennen:

  • Hochverfügbare Kommunikationsdienstleistungen (Mobilfunk/SMS, Internet,…)
  • Kanadische Öl-Pipelines werden durch VMS-Systeme verwaltet und überwacht
  • Die Deutsche Börse Group setzt OpenVMS auf ihren Applikationsservern ein
  • Die gesamte Australische Lotterie-Industrie setzt auf VMS-Systeme
  • Brazilien steuert die ansässigen Petroleum-Stationen mithilfe OpenVMS-Server
  • Militärische Anlagen werden aus Sicherheitsgründen oftmals mit VMS-Technologie implementiert

(Quelle: http://h71000.www7.hp.com/openvms/30th/30th_anniversary_v2.pps)

 

Die Hauptvorteile von OpenVMS liegen hier eindeutig in der Hochverfügbarkeit, Stabilität und Sicherheit – OpenVMS gilt in „Hackerkreisen“ als nahezu „unhackbar“ und wird daher vermutlich bevorzugt im öffentlichen Sektor verwendet.

 

OpenVMS Hobbyist Program

Im sogenannten „OpenVMS Hobbyist Program“ kann man kostenlos an OpenVMS-Lizenzen und die notwendigen ISO-Abbilder geraten – denn normalerweise wird OpenVMS logischerweise für Bares verkauft.

Das Ganze dient selbstverständlich nur zu Lernzwecken – eine produktive Verwendung ist nicht gestattet. Darüber hinaus gibt es keinen Support, man kann sich bei Problemen allerdings der OpenVMS-Community anvertrauen.

Um von diesem Angebot zu profitieren, muss man Mitglied einer von HP zugelassenen Benutzergruppe sein – beispielsweise DECUS (http://decus.org). Sobald man dort angemeldet ist und einen Tag abgewartet hat (der Austausch der Benutzerdaten zwischen DECUS und HP findet nur 1x am Tag statt), kann man sich für das OpenVMS Hobbyist Program registrieren: http://www.openvms.org/pages.php?page=Hobbyist.

 

Man bekommt dann in der Regel recht schnell eine Mail von HP mit den notwendigen Download-Informationen für OpenVMS.

 

Und worauf installiert man das Ganze?

OpenVMS läuft auf VAX-/Alpha- oder Itanium-Systemen – wenn man gerade keine solche Maschine zur Hand hat (wer hat das schon?) kann auch auf einen der zahlreichen Alpha-Emulatoren zurückgreifen. Erwähnenswert sind hier FreeAXP, PersonalAlpha+ und die CHARON AXP AS400 VMware-Appliance.

 

Die einzelnen Produkte virtualisieren ein Alpha-System unterscheiden sich jedoch wie folgt:

FreeAXP PersonalAlpha(+) CHARON AXP AS400 VMware-Appliance
max. RAM 128 MB 128 MB 1024 MB
Festplatten 7x 4x 2x
CD-ROM 1x 1x 1x
Netzwerkkarten 2x 1x 1x
Konsole 2xRS232 k.A. direkte Ausgabe in Appliance
Betriebssystem Windows x32/x64 Windows x32/x64 VMware ESXi 4.1/5.0
Download [klick!] [klick!] [klick!] (Registrierung erforderlich)
Lizenz keine Laufzeit keine Laufzeit 30 Tage pro System, Software auf 1 Jahr beschränkt

 

Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Alpha- und VAX-Emulatoren – einfach mal umschauen, sofern die o.g. Produkte nicht gefallen.

Sofern man über einen VMware ESXi Server verfügt, empfiehlt sich die CHARON AXP Appliance – für den Einsatz auf einem klassischen Desktop-System würde ich zu PersonalAlpha oder FreeAXP raten.

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