Christian 19. August 2008

Feuchtgebiete
“Das ekelhafteste, perverseste und abartigste Buch, das ich jemals las.”
Christian Stankowic, August 2008
Als ich in den Medien von einem “ekelhaften” und “geschmacklosen” Buch namens “Feuchtgebiete” erfuhr, recherchierte ich im Internet und fand zahlreiche Bewertungen bei Portalen, wie Amazon, und fragte mich ernsthaft, wie sich ein solches Buch so erfolgreich verkaufen kann. Literatur, sofern man den Begriff in diesem Fall gebrauchen kann, die nur so von Perversion und Abartigkeit trotzt, würde sich niemals, selbst in einer multikulturellen Gesellschaft, wie es die Bundesrepublik Deutschland darstellt, verkaufen, dachte ich. Doch genau da lag ich falsch, das besagte Buch ist sogar momentaner Top-Seller. Zwar beschäftige ich mich selbst gerne mit Literatur grenzwertiger und skurriler Inhalte, aber Inhalte dieser Art und dieser Ausführung, sprengen den Rahmen meiner Toleranz und sorgen einfach nur noch für Ekel. Manche Menschen mit großem Mitteilungsbedürfnis sollten sich nicht aussprechen, Helen aus “Feuchtgebiete” ist eine dieser Personen.
Ich bin froh darüber, kein Geld für dieses Buch ausgegeben zu haben – denn, ich hätte es sicher bereut. Es ist nichts als Hype, der um das Buch gemacht wird, es ist keinerlei Aussage oder Inhalt hinter den Sätzen zu erkennen, auch wenn das bei diversen Inhaltsangaben angegeben wird. Der Inhalt des Buches soll sein, seiner Intimhygiene weniger penibel nachzugehen – ein Ziel, dessen Ausführung ich mir nicht vorstellen möchte. Die einzigen Themen sind das entzündete Hinterteil Helens und deren perverse und abartigen Sexualpraktiken und Hobbies. Helen kommt ihrer Rolle als 18-jährige Postpubertäre nicht nach – meiner Meinung nach spielt sie eher die Rolle einer prepubertären, die mit voller primitiver Begeisterung ihren Körper entdeckt und ihre eigene selbstverständliche Perversion “antrainiert”. Beängstigend finde ich, dass das Buch einen Großteil ihrer Jugend widerspiegelt. Folglich scheinen sämtliche Perversionen und Erfahrungen Erinnerungen aus ihrer Jugend und ihrer Kindheit zu sein.
Für Interessenten, die sich für das Buch interessieren, hier eine kurze Zusammenfassung:
Helen Memel ist eine 18-jährige junge Frau mit einem stark für diese Altersgruppe ausgeprägten und abartigen Sexualleben. So kann sie schon zahlreiche (detaillierte!) Geschichten von Erfahrungen, wie z.B. Anal-, Oral- und Vaginal-Verkehr während der Periode, Verkehr mit dem gleichem Geschlecht und Prostituierten erzählen. Am Anfang des Buches erzählt Helen neben ihren Hämorrhoiden von der klassischen Intimhygiene und ihrer eigenen Auffassung und Praktik. So erzählt sie stolz davon, dass “Hygiene bei ihr kleingeschrieben” wird. Ihrer Meinung nach sind Menschen, insbesondere Männer, hoch entwickelte Tiere, die animalischen Trieben, wie z.B. dem Fortpflanzungstrieb, nachgehen. Zu ihrer Theorie gehört auch, dass Männer “künstliche” Gerüche, in Form von Parfüm, gar nicht wahrnehmen, sondern viel mehr auf vaginale Gerüche anspringen.
Später erkennt man immer mehr, wie viel Perversion ihr Oberstübchen umkreist. So kann sie sämtlichen neuen hygienischen Errungenschaften keinen Nutzen abgewinnen und betitelt sie als “hygienefanatische Vergewaltigungen”. Ferner würde sie nicht ablassen, mit ihrem Vater zu schlafen und hat Spaß dabei Körperabfälle zu absorbieren und genussvoll zu verzehren. Spaß macht es ihr auch, fremde Abfallstoffe vaginal in ihren Körper zu importieren.
Die eigentliche Geschichte beginnt damit, dass Helen sich bei einer Intimrasur eine Analfissur zu zieht, welche sich entzündet und im Krankenhaus behandelt werden muss. In diesem Krankenhaus lässt sie auch nicht von ihrer Lustfreude ab und nutzt jede Gelegenheit sich selbst zu befriedigen – mit Gegenständen aller Art. Auch später, als sie sich weitere Verletzungen zuzieht, lässt sie von diesem Schema nicht ab. Erst als sie wegen einer starken Blutung, die sie selbst zuführt, um die Familie an ihrem Bett zu versammeln und ihre getrennten Eltern wieder zusammenzuführen, sofort operiert werden muss, drehen sich ihre Gedanken zum ersten Mal primär um ihre Schmerzen und nicht um ihren Unterleib. Die Operation übersteht sie, nicht zuletzt, weil sich ein Krankenpfleger, in den sie sich verliebt hat, liebevoll um sie kümmert und so widmet sie sich ihrer Familie, die sie wohl nicht mehr zusammenführt. Der Hintergrund, der erst später klar wird, ist ein Selbstmordversuch ihrer Mutter, bei welchem ihr Bruder auch sterben sollte. Doch dieser Versuch missglückte dank Helen, welche die beiden rettete. Verärgert darüber, dass sie ihre Eltern nicht mehr zusammenbringen kann, verrät sie ihrem Bruder die Geschichte, da er sie noch nicht kennt. Nachdem ihr Bruder aufgelöst und mit dem Ziel, die Mutter für den Selbstmordversuch zu bestrafen, das Krankenhaus verlässt, bittet sie den Pfleger sie aufzunehmen. Dieser stimmt zu und so flüchtet Helen.
Tags: Literatur