Nokia IP130 – der etwas andere IPCop

Ich implementiere derzeit einen IPSec-Tunnel zwischen meiner und einer anderen Wohnung. Nachdem mein erster Plan, einen bereits vorhandenen Raspberry Pi als IPSec-Gateway zu verwenden, nach einer Woche des Probierens und Testens kläglich scheiterte, entschied ich mich für eine saubere Router-zu-Router Lösung.

Zentraler Mittelpunkt meines Netzwerkes ist ein ALIX.2D13, der als IPCop fungiert und neben DNS- auch NTP- und VPN-Funktionalität bietet. Mittels IPSec möchte ich diesen IPCop mit einem anderen IPCop der zweiten Wohnung verbinden. In einer virtuellen Umgebung war das geplante Setup binnen weniger Minuten eingerichtet und funktionsfähig.

Was mir noch fehlte, war die passende Hardware für den zweiten IPCop. Ich hätte gerne einen zweiten ALIX-Rechner verwendet, hatte mir aber vorgenommen, nicht zu viel Geld für das Projekt auszugeben. Da der von mir benötigte ALIX.2D3 bzw. 2D13 gebraucht ca. 100 Euro und neu 150 Euro kostet, habe ich nach Alternativen geschaut – und bin hier auf die Nokia IP130-Appliance gestoßen, die lediglich 50 Euro kostete.

Die Nokia IP130 Network Security Appliance ist eine Art Router, der über folgende Hardware-Spezifikationen verfügt:

  • AMD Geode Prozessor mit 300 Mhz Taktfrequenz
  • 256 MB RAM
  • 3x 100 MBit Netzwerkschnittstellen
  • 40 GB IDE-Festplatte für das eigene IPSO-Betriebssystem (BSD-basierend)
  • 2x RS232-Ports (Console und Auxiliary)

Aufgrund der AMD Geode-CPU eignet sich das Gerät für zahlreiche alternative Betriebssysteme, wie beispielsweise Linux. Im Internet finden sich Tipps, wie auf dem Gerät die aktuelle IPCop-Version installiert werden kann.

Nokia IPSO

Auf der eingebauten 40 GB IDE-Festplatte befand sich Nokia’s IPSO, welches exakt einmal gebootet und dann wieder recht schnell heruntergefahren wurde.

Ich habe mir die Mühe nicht machen wollen, die Netzwerkkonfiguration vorzunehmen, um anschließend Nokia Voyager zu testen, da ich ohnehin auf dem Gerät ausschließlich IPCop einsetzen wollte.

Da die IP130 Appliance über eine herkömmliche x86-CPU verfügt, sollte es theoretisch möglich sein, IPSO in einer virtuellen Maschine zu starten. So könnte man Voyager mal testen, ohne auf IPCop verzichten zu müssen. Vielleicht starte ich die Tage einen solchen Versuch und clone die physische Festplatte in eine VMDK. :)

Installation von IPCop

Da die Appliance über keinerlei USB-/PS2-/VGA-Schnittstellen verfügt, muss die Installation über einen zweiten Rechner und einen USB-Adapter erfolgen.

Ich habe mir gleich einen passenden IDE-CF-Adapter bestellt, um die Festplatte durch eine lautlose CF-Karte zu ersetzen. Eine übrig gebliebene 4 GB CF-Karte wurde mit IPCop 2.0.3. versehen, anschließen wurden die Patche 2.0.4 bis 2.0.6 installiert. Dabei habe ich die Inittab und den Bootloader angepasst, damit die serielle Schnittstelle des Kleinstrechners auch wirklich als Konsole verwendet wird:

# vi /etc/inittab
...
7:2345:respawn:/sbin/agetty -I '\033(K' ttyS0 38400 vt102

# vi /boot/extlinux.conf
...
APPEND ... console=ttyS0,38400n8

Und schon klappt’s auch schon mit der seriellen Konsole! :)

Wer mehr über die Installation erfahren möchte, findet in meinem Wiki weitere Informationen.

Bilder

Anbei natürlich noch einige Bilder des Geräts.

HP C8000 – System firmware hang. Contact your HP Support Engineer.

Die Tage wollte ich meine HP C8000 Workstation mal wieder seit langem in Betrieb nehmen – doch leider machte mir ein Defekt einen Strich durch die Rechnung. Anstatt den Boot Console Handler (BCH) anzuzeigen, bot mir die C8000 lediglich einen schwarzen Bildschirm an. Auch die serielle Schnittstelle wollte patrout nicht funktionieren – kein gutes Zeichen.

Ich ging dem Problem auf den Grund und stöpselte erstmal alle nicht unbedingt notwendige Hardware (Festplatten, optische Laufwerke, Soundkarte) ab und entfernte für eine Stunde die CMOS-Batterie – bedauerlicherweise ohne Erfolg.

Auf der Rückseite der C8000 befinden sich vier LEDs, die in Problemfall einen Fehlercode ausgeben. Ein Blick ins Handbuch verriet die Bedeutung der kryptischen LED-Konstellation:

System firmware hang. Contact your HP Support Engineer.

Ups, klingt nicht gut. Bedauerlicherweise findet man auch im Internet nicht sonderlich viele Informationen. Ein Hinweis empfiehlt das Updaten der Firmware – doch wie soll ich diese aktualisieren, wenn das System nicht einmal bootet?! Wenn das Problem vorher nicht bestand, kann ich mir auch kaum vorstellen, dass ein Software-Patch hier Abhilfe schafft.

Weitere Hinweise, die CMOS-Batterie zu tauschen und das CPU Powerboard zu entfernen und wieder einzubauen, halfen bei mir nicht.

Da mir hier einfach das Fachwissen fehlt und im Internet keine weiteren Anhaltspunkte gefunden habe, habe ich nach einem neuen Mainboard Ausschau gehalten.

Ein Ersatz-Mainboard ist auf eBay für 45 Euro zu haben, bei einem IT-Reseller habe ich eine neuwertige C8000 (die sogar über eine noch stärkere CPU verfügt) für 69 Euro gefunden. Die Wahl fiel mir da nicht schwer. :)

Meine neue C8000 verfügt über:

  • PA-8900 Prozessor mit 2 Kernen und 64 MB Cache
  • 72 GB SCSI-Festplatte mit 15.000 Umdrehungen
  • 6 GB Arbeitsspeicher (bis 32 GB aufrüstbar, wird wohl mit den 12 GB aus der alten C8000 aufgerüstet)
  • DVD-Laufwerk

Heute kam das gute Stück an – anbei einige Bilder:

Die C8000 läuft schon brav mit HP-UX 11i v1 – die alte C8000 wird wohl den Weg in die Bucht finden.

Lenovo Thinkpad T430s 2356-AA9 Review

Seit einigen Tagen ist meine bessere Hälfte stolze Besitzerin eines Thinkpad T430s 2356-AA9 mit folgender Ausstattung:

  • Mattes 14″ LED-Display mit 1600×900 Pixel und 250 nits
  • Intel Core i5-3320M (Ivy Bit.. äh Bridge) Dual Core-Prozessor (4 Threads)
  • 8 GB DDR3 Arbeitsspeicher (1 Riegel, 16 GB möglich)
  • 256 GB SSD
  • nVidia Quadro NVS 5400M-Grafikkarte mit 1 GB Grafikspeicher und Optimus-Technologie
  • n-Draft WLAN und Bluetooth 4.0
  • Fingerprint und USB 3.0
  • Beleuchtete Tastatur, UltraNav und ThinkLight
  • 6 Zellen Akku (81+) mit 47 Wh

Natürlich durfte ich das Notebook auch begutachten und ein wenig damit “herumspielen“. Selbstverständlich dachte ich da auch gleich an einen weiteren Review-Artikel.

Ich selbst besitze das Vorgängermodell T420s und habe die beiden Modelle mal vergleichen.

Erster Eindruck

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die beiden Geräte (T420s und T430s) erstmal nicht. Lenovo ist hier dem schlanken und edlen Design des T-Vertreters treu geblieben.

Anstatt mit glänzenden Elementen und einem wuchtigen Gehäuse zu nerven, überzeugt das Gerät mit einem zeitlosen, klassischen Design. Auch in der neuesten Version der Ts-Serie verfügt das Gerät noch über eine Display-Einrastung, was ich sehr begrüßenswert finde. Bei den aktuellen X-Geräten (X230, X230s und X230 Tablet) hat man hierauf leider verzichtet, wie ich kürzlich bei meinem X230 feststellen musste. Durch die Einrastung liegt das Display im geschlossenen Zustand fest an – egal in welchem Winkel das Gerät gehalten wird.

Das T430s ist genauso dünn und leicht wie sein Vorgänger – mit knapp 3 cm Höhe und 2 kg Gewicht passt das Gerät in jeden noch so vollen Rucksack, ohne den Rücken zu überlasten. Wem die W-Serie zu “overkill” und die herkömmliche T-Serie zu klobig ist, wird in der Ts-Serie fündig.

Eine optische Änderung gegenüber dem T420s ist das aufgeräumte Clearplate (LED-Symbolleiste neben der Modellbezeichnung). Hier werden nur noch LEDs für Festplatte und WLAN angezeigt – das verleiht dem Gerät einen aufgeräumteren Look. Bei früheren Thinkpads traf man hier LEDs für Stromversorgung, Akku- und Tastaturstatus, Bluetooth, WWAN und WLAN an.

Die USB-Schnittstellen wurden beim T430s je nach Funktion farblich hervorgehoben, was beim T420s nicht der Fall war. USB 3.0-Schnittstellen sind nun blau, immer mit Strom versorgte USB 2.0-Schnittstellen sind an der gelben Farbe erkennbar. Der beim T420s verbaute Displayport wurde durch einen Mini-Displayport ersetzt, was die Verwendung eines entsprechenden Adapters erzwingt.

Das neue Precision Keyboard

Von der auffälligsten Veränderung wird der Besitzer nach dem Aufklappen des Geräts begrüßt – das neue Precision Keyboard. Ich kenne diese Tastatur von meinem X230 bereits und bin von dieser Erneuerung – der ich erstmal sehr skeptisch gegenüber stand – überzeugt.

Das neue Design ist anders, aber keineswegs störend. Das vorher schon legendäre Tipperlebnis auf Thinkpad-Tastaturen wurde durch die neue Tastatur noch weiter ausgebaut. Ich kenne keine auch nur vergleichbare Notebook-Tastatur, auf der man so bequem und präzise tippen kann, wie auf den Thinkpad-Tastaturen. Gegenüber meinem X230 verfügt das T430s meiner Freundin über eine LED-Beleuchtung, die sich über die Tastenkombination (FN + Leertaste) in zwei Stufen betreiben lässt. Über die selbe Tastenkombination kann bei ausgeschalteter Tastaturbeleuchtung auch das ThinkLight angeschaltet werden. Ich persönlich empfinde die Hintergrundbeleuchtung als unnütz und verspielt – aber Geschmäcker sind ja bekanntlicherweise verschieden. Im Dunkeln empfand ich die Arbeit mit dem ThinkLight bisher immer bedeutend angenehmer als die Arbeit mit einer Tastatur mit “Unterbodenbeleuchtung“. Wenn ich die Tastaturbeleuchtung des Precision Keyboards mit der meines Firmennotebooks (DELL) vergleiche, muss ich allerdings sagen, dass die Beleuchtung keinen – wie zuerst erwarteten – “19,99 EUR Saturn-Tastatur“-Charme hat. Die Beleuchtung wirkt nicht billig oder minderwertig – ist aber dennoch nicht mein Ding.

Windows-Installation

Die vorinstallierten Windows-Setups von Lenovo waren noch nie für eine minimalistische Software-Auswahl bekannt. Anstatt sich auf das Wesentliche zu Beschränken, wurden schon immer mehr Tools, als man gebrauchen kann, installiert.

Auch in der neuesten Version der Ts-Serie hat sich da nicht allzu viel daran geändert. Neben Testversionen vermeintlicher Sicherheitssoftware, werden zahlreiche Anwendungen installiert, die für die meisten Benutzer nicht nützlich sind (z.B. SimpleTap, Access Connections,…).

Der Power-User stört sich hieran nicht, da er ohnehin sein Notebook noch einmal formatiert und Windows “from scratch” installiert. Ich würde mir wünschen, dass sich Lenovo bei Windows 7-Vorinstallationen einfach mal auf das Wesentliche beschränkt und keine Bloatware mehr ausliefert – bei neueren Windows 8-Vorinstallationen, die wesentlich weniger Crapware beinhalten, scheint es doch auch zu klappen.

Hardware-Benchmark

Das T430s kommt mit einem Intel i5-3320M, der über folgende Features verfügt:

  • 2,6 bis 3,3 Ghz Taktfrequenz
  • 3 MB Cache
  • 64bit Dual-Core mit Hyper-Threading (= 4 Threads)
  • 22nm Fertigungsgröße und 35 Watt TDP
  • Unterstützt bis zu 32 GB DDR3-RAM
  • Integrierte Intel HD Graphics 4000-Grafikkarte
  • Integrierter AES-NI Instruktionssatz für beschleunigte Verschlüsselung

Insbesonders der integrierte AES-Instruktionssatz ist genial – bei der Verwendung von AES ist eine verschlüsselte Festplatte nicht langsamer als eine unverschlüsselte. Bei früheren Prozessoren war die Verschlüsselung immer mit höherer CPU-Last und Performance-Einbußen verbunden.

Die verbaute Nvidia Quadro NVS 5400M-Grafikkarte verfügt über 1 GB Grafikspeicher. Im 3DMark11-Test ist sie rund 3 bis 5 fps schneller als die Nvidia Quadro NVS 4200M meines T420s. Die Unterschiede im Windows-Leistungsindex zwischen den beiden Geräten sind eher minimal:

Test T420s T430s
CPU 7,2 (i7-2640M) 7,2
RAM 7,5 (Kingston Value) 7,2 (Standard)
Grafikkarte 6,4 6,6
Festplatte 6,8 (mSATA) 7,2 (SATA)

Interessant ist, dass die neuere i5-Generation anscheinend genau so perfomant wie die vorherige i7-Generation ist – damit hätte ich nicht gerechnet. Vermutlich ist hier der Windows-Leistungsindex nicht sonderlich genau – hier wären detailliertere CPU-Benchmarks interessant.

Fazit

Mit dem T430s findet man einen idealen Kompromiss zwischen einem leistungsstarken, aber klobigen W- und einem bezahlbaren T-Modell. Lenovo ist dem grandiosen Design des T420s treu geblieben und hat es mit dem neuen Precision Keyboard noch weiter verbessert. Das Gerät liefert mit zwei Grafikkarten und einer moderaten i5-CPU ausreichend für alltägliche und auch etwas anspruchsvollere Arbeiten.

Wer also ein portables Gerät sucht, dass nicht nur schick aussieht, sondern auch “was kann” und dabei noch aufrüstet werden kann, dürfte mit dem T430s zufrieden sein.

Foto-Galerie

Anbei natürlich noch einige Fotos der beiden Geräte:

Lenovo Thinkpad X230 2324-62G Review

Mitte dieses Jahres entdeckte ich einen Display-Fehler an meinem X200. Ich schickte das Gerät ein, was der Beginn einer langen Geschichte war. Diese Geschichte fand heute verspätet (aber immerhin überhaupt noch) ihr Happy End. Lenovo hatte mir kulanterweise als Ersatz für den Display-Schaden, den man wohl nicht reparieren konnte, ein neues X230 2324-62G mit folgenden Eckdaten angeboten:

  • Mattes 12.5″ LED-Display mit 1366×768 Pixel und 200 nits
  • Intel Core i5-3320M (Ivy Bit.. äh Bridge) Dual Core-Prozessor (4 Threads)
  • 4 GB DDR3 Arbeitsspeicher (16 GB möglich)
  • 320 GB SATA-Festplatte mit 7200 rpm
  • n-Draft WLAN und Bluetooth 4.0
  • SSD bzw. WWAN nachrüstbar
  • Fingerprint und USB 3.0
  • Nicht beleuchtete Tastatur, UltraNav und ThinkLight
  • 6 Zellen Akku
  • vorinstalliertes Windows 8 x64 (*schluck*)

Natürlich musste ich da nicht lange überlegen. ;) Heute kam das Gerät an – meine ersten Eindrücke möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Erneuerungen gegenüber älteren Thinkpads

Lenovo ist auch mit der neuesten Thinkpad-Generation dem zeitlosen und klassischen Thinkpad-Design weitesgehend treu geblieben. Auf den ersten Blick scheint sich das X230 nicht von den Vorgängern X220 und X201 zu unterscheiden. Das Netzteil hat ein kleines Facelift erhalten, was aber wohl eher uninteressant sein dürfte. Die größte Erneuerung dürfte das neue Precision Keyboard sein, auf das ich gleich noch genauer eingehe. Wie viele andere Notebook-Hersteller hat auch Lenovo die klassische Windows-Taste durch eine neuere in Windows 8-Optik ersetzt. Auffällig ist, dass das X230 keine Display-Einrastung mehr hat. Mit dieser wurde der Deckel früher fest eingerastet, was jetzt nicht mehr der Fall ist. Dreht man das Notebook auf den Kopf und hebt es seitlich an, senkt sich der Deckel leicht. Die Display-Scharniere des X230 sind zwar stärker als die der vorherigen Vertreter der X-Serie, dennoch hätte ich es besser gefunden, das Display “einrasten” zu können. Ich befürchte, dass die Scharniere irgendwann nicht mehr stark genug sind, um das Display zu halten. Ob sich meine Befürchtung bestätigt, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Mein X230 wurde mit vorinstalliertem Windows 8 ausgeliefert – im Gegensatz zu früher findet man hierfür keinen Product Key-Aufkleber mehr. Der einzige Indikator für eine Windows 8-Installation ist ein entsprechender Logo-Aufkleber auf der Unterseite des Notebooks. Der Product Key wird, wie bei vielen neueren Notebooks, direkt im BIOS durch den Hersteller gesichert, um den Klau von Product Keys zu erschweren. Auslesen kann man einen solchen “integrierten” Product Key mithilfe eines Tools namens “Windows 8 Product Key Viewer“.

Verarbeitung

Wie bereits erwähnt, weiß ich noch nicht ganz, was ich von Lenovos neuer “einrastungsloser” Display-Architektur halten soll. In gewohnter Qualität ist das Gehäuse mit hochwertiger Gummierung – das kleine Notebook wirkt richtig edel und passt dabei in jede noch so kleine Tasche. Knarzende Stellen auf den Handauflagen, wie bei früheren Vertretern der T- und R-Serie konnte ich bisher nicht finden. Das Gerät ist angenehm leise – auch unter Volllast kann man mit dem Gerät in ruhigen Umgebungen arbeiten, ohne durch lautes Lüftersurren gestört zu werden. Die eingebaute 320 GB SATA-Festplatte ist trotz 7.200 Umdrehungen pro Minute angenehm leise. Die Vibrationen der Festplatten bringen das Gehäuse nicht zum Knattern oder Rattern, was bei der UltraBay meines T420s leider der Fall ist. Das liegt aber vermutlich daran, dass die Festplatte lediglich mit einem Plastikbügel und nicht mit Schrauben oder Gummihalterungen in diesem Adapter befestigt wird. Eine alte Kinderkrankheit von Thinkpads ist die Akkuhalterung, die auch hier nicht hundertprozentig passt. Trotz doppelter Einrastung wackelt der Akku leicht, was bei penibler Beachtung stören kann. Die recht kleinen Boxen liefern akzeptablen Stereo-Sound, der für das ein oder andere Video oder Musikstück ausreichend ist. Im Direktvergleich mit dem T420s fällt auf, dass Bässe recht flach und langweilig wirken. Da ich Musik prinzipiell mit dem Kopfhörer oder einer 2.1-Soundanlage höre, ist das ein Punkt, der mich nicht interessiert.

Das neue Precision Keyboard

Die auffälligste Änderung ist das neue Precision Keyboard, dem ich – wie die meisten Thinkpad-Veterane – sehr skeptisch gegenüber stand. IBM bzw. Lenovo überzeugten schon immer durch ihre konkurenzlos qualitativen Tastaturen, die wegen ihres guten Anschlags und der langen “Lebenserwartung” sehr geschätzt wurden. Böse Zungen behaupten, das schlichte Design der Tastaturen wäre nicht mehr zeitgemäß – ich persönlich habe genau das immer sehr daran geschätzt. Die neue Tastatur gibt es in zwei Ausführungen – mit und ohne “LED Unterboden-Beleuchtung“. Mein X230 verfügt über letztere Ausführung, ich persönlich empfinde von unten leuchtende Tastaturen als störend – abgesehen davon, dass es einen gewissen “19,99 EUR Saturn-Tastatur“-Charme hat. Glücklicherweise hat man auf das altbekannte ThinkLight nicht verzichtet. Über eine neue Tastenkombination (FN + Leertaste) kann man zwischen dem ThinkLight und der zweistufigen Unterboden-Beleuchtung wählen. Das Tippgefühl der neuen Tastatur habe ich als überaus positiv empfunden. Der Anschlag ist noch eine Nuance kräftiger, als bei mir bekannten Thinkpad-Tastaturen. Zugegebenermaßen ist das neue Tastatur-Design für Thinkpad-Veterane sehr gewöhnungsbedürftig, weil es moderner ist, als bei vorherigeren Modellen. Und genau darauf waren bisherige Thinkpad-Besitzer oftmals stolz – das zeitlose Design, das von vielen Unwissenden (*hust*) oft fälschlicherweise als altmodisch bezeichnet wurde. Gewöhnungsbedürftig ist auch die neue Anordnung einiger Tasten. Beim Surfen tappe ich immer wieder in eine Falle. Wo früher zwei Tasten zum Blättern im Web-Browser waren, sind jetzt Bild hoch und Bild runter anzutreffen. Die altbekannten blauen Farbelemente wurden entfernt, um der Tastatur einen einheitlichen Look zu verpassen. Einige oftverwendete Zweitbelegungen haben sich ebenfalls geändert, was dazu führt, dass man doch ab und an mal auf die Tastatur schauen muss – dazu zählen beispielsweise die Tasten für das ThinkLight oder zur Energie-, Helligkeits-, und Media Player-Steuerung. Mir ist aufgefallen, dass es unter der Tastatur einen recht großen offenstehenden Spalt gibt. Das ist nicht nur bei meinem Gerät so, wie ich in eingen Foren sehen konnte. Ob das eine Spalte ist, in der sich später schönster Staub sammelt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Einige Erneuerungen sind auch dem TrackPoint und Touchpad wiederfahren. Die blau-farbigen Noppen auf der mittleren Maustaste sitzen nun frontal auf der Taste, was für mehr Grip sorgt. Das Touchpad hat einen gummierten Noppenüberzug spendiert bekommen. Dieser wirkt wertig und sorgt für mehr Grip. Sehr schade finde ich, dass das Touchpad keine physischen Tasten mehr hat. Der untere Bereich des Touchpads ist eine Art Wippschalter, der bei kräftigerem Drücken je nachdem, wo sich der Finger befindet, einen Links- oder Rechtsklick auslöst. Mir passiert es oft, dass ich beim Verwenden des Touchpads zu kräftig aufdrücke und so versehentlich einen Klick auslöse. Bei meinem T420s, das noch über klassische Maustasten verfügt, kann mir das nicht passieren. Sehr interessant ist der folgende Artikel im deutschen ThinkWiki, der noch genauer auf die Änderungen (und deren Beweggründe) der neuen Tastatur eingeht: http://www.thinkwiki.de/Precision_Keyboard

Fazit

Auch in der 4.Generation der Lenovo X-Serie (bis zum X40 wurde noch durch IBM produziert) ist ersichtlich, warum sich diese Serie deutlich von den anderen abhebt. Auf kleinstem Raum wird Präzision und Power untergebracht, ohne auf Qualität zu verzichten. Ein wenig Sorgen bereitet mir das Fehlen der klassischen Display-Einrastung. Auch hochwertige Scharniere leiern irgendwann aus und dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis Tastatur und Display aufgrund nicht eines nicht richtig schließendes Notebooks in Mitleidenschaft gezogen werden. Hier hätte ich eine klassische Display-Einrastung mit Öffnungshebel begrüßt. Gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht ist das neue Precision Keyboard: sie bereitet ein angenehmes Tippgefühl – es gibt für mich keinen Grund, dem alten Keyboard lange hinterher zu trauern. Es ist jedoch schade, dass sich Lenovo von den dedizierten Touchpad-Tasten distanziert hat. Kurzum: das X230 überzeugt und gefällt – auch, wenn einige Dinge gewöhnungsbedürftig oder nicht nachvollziehbar sind. Oft sich hieraus langfristige Qualitätsmängel ergeben, wird die Zeit zeigen.

Foto-Galerie

Anbei einige Bilder, die das X230 zeigen:

Windows 8-Key im BIOS auslesen

Windows 8-Aufkleber

Windows 8-Aufkleber

Bei neu erworbenen Geräten mit vorinstalliertem Windows 8 ist es in der Regel so, dass kein Product Key-Aufkleber am Gerät angebracht wird. Lediglich ein Windows 8-Aufkleber gibt Aufschluss darüber, dass das Gerät mit Windows 8 ausgeliefert wurde.

Der Product Key der Windows 8-Installation wird im BIOS gespeichert, ein Auslesen über Betriebssystem-Bordmittel ist nicht möglich – lediglich die letzten 5 Buchstaben werden ausgegeben.

Das ist natürlich blöd, wenn man das Betriebssystem neu installieren möchte – beispielsweise, weil die Grundinstallation des Herstellers mit Unmengen an Bloatware ausgestattet ist.

Windows 8 Product Key Viewer

Windows 8 Product Key Viewer

Abhilfe schafft ein kleines Tool namens “Windows 8 Product Key Viewer“, welches den Product Key komfortabel auslesen kann. So kann man den Product Key notieren und Windows 8 neuinstallieren – in der Regel erkennt Windows 8 bei der Installation den im BIOS hinterlegten Key auch automatisch.

Firmware-Update für Raspberry Pi-512 MB

Es ist durchaus möglich, dass ein frisch erworbener Raspberry Pi nach dem Boot erstmal nur 256 MB Arbeitsspeicher vermerkt:

$ dmesg | grep -i "MB total"
[    0.000000] Memory: 256MB = 256MB total

Der Grund muss nicht unbedingt eine falsche Lieferung sein. Wichtig ist, welche der folgenden Nummern auf dem Speicherchip des Raspberry’s vermerkt ist:

Bezeichnung RAM-Größe
K4P4G324EB-AGC1 512 MB
K4P2G324ED-AGC1 256 MB

Stimmt die Chip-Bezeichnung, ist die Problemursache vermutlich eine veraltete Firmware des Kleinstrechners. Die Firmware wird nicht auf dem Gerät sondern auf der SD-Karte gespeichert, weswegen neuere Distributionen (Raspian Wheezy, etc.) von diesem Problem nicht betroffen sein sollten. Hat man eine ältere Distribution (z.B. Raspian Squeeze) kann die Firmware mithilfe des Tools rpi-update aktualisiert werden. Das Tool ist über einen Git-Webmirror verfügbar – benötigt aber einige Tools, die es vorher zu installieren gilt:

# sudo apt-get install ca-certificates git-core binutils
# sudo wget --no-check-certificate http://goo.gl/1BOfJ -O /usr/bin/rpi-update 
# sudo chmod +x /usr/bin/rpi-update
# sudo rpi-update
Raspberry Pi firmware updater by Hexxeh, enhanced by AndrewS
Performing self-update
ARM/GPU split is now defined in /boot/config.txt using the gpu_mem option!
We're running for the first time
Setting up firmware (this will take a few minutes)
Using HardFP libraries
If no errors appeared, your firmware was successfully setup
A reboot is needed to activate the new firmware

Mit Glück wird nach einem Reboot die doppelte RAM-Größe erkannt:

$ dmesg | grep -i "MB total"
[    0.000000] Memory: 448MB = 448MB total

Die Größe der o.g. Ausgabe richtet sich in aller Regel nach dem in der Datei /boot/config.txt definiertem Wert gpu_mem – in o.g. Fall 64:

# grep -v "^#" /boot/config.txt |grep -v "^$"
arm_freq=950
gpu_mem=64
core_freq=250
sdram_freq=450
over_voltage=6

Zur Erklärung: 512 MB – 64 MB = 448 MB. Bei Raspbmc wird der “überschüssige” RAM der GPU zugewiesen, um flüssigere Themes und besseres Videoplayback zu ermöglichen. Je nach Einsatzgebiet kann es aber auch erwünscht sein, über mehr RAM zu verfügen. In einem solchen Fall muss die Datei /boot/config.txt manuell editiert werden:

...
#gpu_mem_256=128
#gpu_mem_512=256
gpu_mem=196
gpu_mem_256=128
gpu_mem_512=196

Wichtig ist, dass der Wert der Variablen gpu_mem nicht zu klein angesetzt wird – ansonsten funktioniert das Wiedergeben von Full HD-Videoinhalten ggf. nicht mehr ordnungsgemäß. 196 hat sich bei meinem Aufbau als guter Wert erwiesen.

Solaris Playzone – SUN Blade 2500

Vor einigen Jahren war ich stolzer Besitzer einer SUN Ultra 10 – dummerweise musste das Gerät aufgrund von Platzmangel weichen. Damals galt mein Interesse nahezu ausschließlich Linux – für Unix konnte ich mich noch nicht begeistern. Auf der besagten SPARC-Workstation lief damals auch kein Solaris, sondern Linux – getreu dem Motto “We have joy, we have fun, we have Linux on our SUN“. ;-)

Mittlerweile sieht das anders aus, ich bin seit knapp einem halben Jahr HP-UX-Administrator und interessiere mich inzwischen sehr für Unix. Da die Zukunft von HP-UX immer noch sehr umstritten ist, möchte ich rechtzeitig meinen Horizont erweitern, bevor das Produkt keinerlei Marktrelevanz mehr darstellt. Neben HP-UX und AIX zählt auch Solaris zu “den großen Drei” – Zeit, sich das System mal genauer anzuschauen.

Nachdem ich in virtueller Umgebung schon erste Solaris-Gehversuche gemacht habe, habe ich für 2013 (m)eine erste Solaris-Zertifizierung als “Oracle Solaris 11 System Administrator (OCA)” geplant. Zwar ist es prinzipiell möglich, für diese Prüfung auf einem x86 zu lernen (da Solaris auch nativ auf x86 lauffähig ist), einige Themen erfordern aber einfach “Blech” – beispielsweise die Konfiguration des Open Boot PROMs der SPARC-Geräte.

Seit geraumer Zeit halte ich nach einer SUN Blade 2500 Ausschau – das letzte Produkt der Blade-Produktserie und neben der Ultra 25 und 45 einer der letzten Vertreter der Unix-Workstation Gattung.

Auf eBay bin ich diese Woche fündig geworden – während die Blade 2500 i.d.R. für 250 bis 800 Euro zu haben ist, hat ein Reseller seinen Großbestand für kleineres Geld aufgelöst. Es handelt sich bei den Geräten zwar um die rote Version, die über eine etwas leistungsschwächere CPU verfügt – das Gerät verfügt über:

  • UltraSPARC IIIi-Prozessor mit 1.28 Ghz Taktfrequenz
  • 4 GB DDR-Arbeitsspeicher
  • 2x 36 GB SCSI-Festplatten mit 10.000 RPM
  • XVR-600 Grafikkarte mit 64 MB Speicher

Installiert wurde Solaris 10, da die Blade 2500 leider nicht von Solaris 11 unterstützt wird:

Error: 'SUNW,UltraSPARC-IIIi' is not supported by this release of Solaris.

Schade, aber macht nichts – dann lerne ich Solaris 11 eben in einer VM und verwende das noch supportete Solaris 10 für meine Blade 2500.

Langsam wird es eng unter meinem Tisch, da sich die Blade 2500 neben meine C8000 und RX2600 gesellen musste. :D

HP-UX auf Xeon-Architektur – Hoax oder ersehnte Portierung?

Die Tage habe ich gelesen, dass HP CEO Meg Whitman im Juni einen Anlass zu provokativen Gerüchten gegeben hat. Ich beziehe mich hier auf eine Aussage um die Zukunft von HP-UX, bei der man freudig proklamierte, an einer HP-UX-Version zu arbeiten, die auf einem Intel Xeon werkelt.

Ich hatte ja im Juli bereits meinen Unmut über die letzten Itanium-Entwicklungen verkündet – diese (wenn auch noch leere) Versprechung könnte das Blatt wenden.

Es ist keine Neuigkeit, dass der Itanium-Prozessor schon seit geraumer Zeit am Stagnieren ist – bei vielen Kunden ist ein reger Rückwärtstrend nicht von der Hand zu weisen. Die Gründe sind meist die gleichen: zu teures Produkt, zu geringerer Vorteil gegenüber alternativen x86-Lösungen. Mit der Öffnung von HP-UX in Richtung x86_64 könnte sich das Blatt wenden und die Zukunft des Betriebssystems längerfristig gesichert werden. Die Frage ist, schafft HP es, der (leeren?) Versprechung gerecht zu werden? Und wenn ja, wie? HP-UX ist stark mit der Itanium-Architektur verzahnt, eine komplette Portierung dürfte daher sehr aufwändig sein – in der Vergangenheit wurde ein ähnliches Portierungsprojekt bereits abgebrochen. Vermutlich ist eher mit einer Emulationsschicht zu rechnen, die auf der Xeon-Architektur einen Itanium-Layer implementiert.

Fragen über Fragen – bleibt abzuwarten, was die Zukunft bringt.

Wer weiß, vielleicht ist der folgende Output in Zukunft gar nicht mal so abwägig.. :D

# machinfo
CPU info:
  6 Intel(R) X5690 series processors (3.46 GHz, 12 MB)
          6.4 GT/s bus, CPU version C2
          12 logical processors

Memory: 32668 MB (31.90 GB)

Firmware info:
   Firmware revision:  5.154
   FP SWA driver revision: 2.10
   IPMI is supported on this system.
   BMC firmware revision: 2.61

Platform info:
   Model:                  "x86_64 hp server dl380"
   Machine ID number:      XXXXXXXXX
   Machine serial number: XXXXXXXXX

OS info:
   Nodename:  hpuxdbs
   Release:   HP-UX B.11.41
   Version:   U (unlimited-user license)
   Machine:   x86_64
   ID Number: 0631742643
   vmunix _release_version:
@(#) $Revision: vmunix:    B.11.41_LR FLAVOR=perf

ARM-Boards – die lieben Kleinen

Wenn es mittlerweile etwas wie Sand am Meer gibt, dann sind es Embedded-Mainboards, wie beispielsweise den Raspberry Pi, der eine Art “Hype” ausgelöst hat. Seither haben zahlreiche ähnliche Platinen den Weg auf den Markt gefunden und erfreuen nicht nur Hobby-Bastler mit neuen Möglichkeiten.

Ich verfolge das mit großen Interesse und fasse das Ganze im Folgenden zusammen:

Name CPU GPU RAM LAN Speicher Zusätze Preis und Link
Raspberry Pi 700 Mhz ARM11 Broadcom VideoCore IV 256 MB 100 Mbit/s SDHC 2x USB 2.0, Composite, HDMI, GPIO, I2C 35 USD [Link]
Gooseberry Board 1 Ghz ARM Cortex A8 Mali-400 512 MB - 4 GB Flash + MicroSD WiFi 63 USD [Link]
Cubieboard 1 Ghz ARM Cortex A8 Mali-400 1 GB (DDR3) 100 Mbit 4 GB Flash + SDHC I2C, SATA 49 USD [Link]
VIA APC 8750 800 Mhz VIA ARM SoC 512 MB 100 Mbit 2 GB Flash + MicroSD Neo-ITX 49 USD [Link]
Odroid-X 4x 1.4 Ghz ARM Cortex-A9 Mali-400 1 GB 100 Mbit SDHC 6x USB 2.0 129 USD [Link]
Hackberry 1.2 Ghz ARM Cortex A8 Mali-400 512 MB/1 GB 100 Mbit + WLAN n SDHC 4x USB 2.0 60/65 USD [Link]

Das Cubieboard schaut sehr interessant aus – aufgrund des SATA-Ports eignet sich das System wunderbar als kleiner HTPC mit großen lokalen Speicher (beispielsweise für TV-Aufnahmen?) oder als kleines NAS.

Habe ich ein Board vergessen? Die Liste wird stetig überarbeitet, sollte etwas fehlen, trage ich es nach erfolgter Info nach.